Tanja George ist eine in Wien geborene Künstlerin und Filmemacherin, die in Deutschland aufwuchs und später einen großen Teil ihres beruflichen Lebens in Australien verbrachte. Vielen ist ihr Name zunächst durch ihren Vater, den Schauspieler Götz George, bekannt. Ihr eigener Werdegang führte jedoch nicht in die Schauspielerei, sondern vom Journalismus über Film und Fernsehen zur Bildhauerei. Nach ihrem Umzug nach Australien studierte sie Film und bildende Kunst, realisierte mehrere Kurzfilme und entwickelte schließlich eine eigenständige künstlerische Arbeit. Bis heute besteht außerdem eine enge Verbindung zum kulturellen Vermächtnis ihres Vaters, insbesondere durch den Götz George Preis.
Tanja George im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Tanja George |
| Geburtsort | Wien, Österreich |
| Aufgewachsen | Deutschland |
| Eltern | Götz George und Loni von Friedl |
| Berufliche Felder | Bildhauerei, Film, früher Journalismus |
| Umzug nach Australien | 1989 |
| Hochschulabschluss | Bachelor of Film and Television, Victorian College of the Arts, 1995 |
| Künstlerischer Schwerpunkt | Skulpturen und Mixed-Media-Arbeiten |
| Verbindung zur Götz George Stiftung | Mitstifterin; Gestalterin des Götz George Preises |
Ihre eigene Künstlerbiografie nennt Wien als Geburtsort und Deutschland als den Ort, an dem sie aufwuchs. Der NDR bestätigt, dass sie die gemeinsame Tochter von Götz George und der österreichischen Schauspielerin Loni von Friedl ist.
Von Deutschland nach Australien
Bevor Tanja George sich vollständig der Kunst zuwandte, arbeitete sie in Deutschland journalistisch. Nach Angaben ihrer offiziellen Website war sie für das Magazin Esquire tätig. 1989 zog sie nach Australien – ein Schritt, der für ihre spätere Laufbahn entscheidend wurde.
Dort beschäftigte sie sich mit verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst. Ihr Studium umfasste unter anderem Fotografie, Film, Malerei und Skulptur. Am Victorian College of the Arts schloss sie 1995 einen Bachelor of Film and Television ab. Damit entstand eine berufliche Grundlage, die sowohl visuelles Erzählen als auch freie künstlerische Arbeit miteinander verband.
Australien wurde anschließend zu einem zentralen Ort ihres kreativen Schaffens. Bei der ersten Verleihung des Götz George Preises im Jahr 2018 beschrieb die Stiftung sie als bildende Künstlerin, die zu diesem Zeitpunkt seit rund 30 Jahren in Melbourne lebte und arbeitete.
Tanja George als Regisseurin und Filmemacherin
In den frühen 1990er-Jahren arbeitete Tanja George intensiv mit Film. Anders als ihr Vater stand sie dabei nicht im Mittelpunkt vor der Kamera, sondern entwickelte Stoffe, schrieb Drehbücher, produzierte und führte Regie.
„Kiss Me“ und „Freud“
Screen Australia führt für das Jahr 1991 den zweiminütigen Kurzfilm „Kiss Me“. George war bei der Produktion gleichzeitig Regisseurin, Produzentin und Autorin. Das Werk wird als kurze Komödie über sexuelle Anziehung beschrieben.
Im selben Jahr entstand „Freud“, ein fünfminütiger Kurzfilm mit thrillerartigen Elementen, der Sigmund Freud und seine Beschäftigung mit Traumdeutung zum Ausgangspunkt nimmt. Auch bei diesem Projekt übernahm Tanja George Regie, Produktion und Drehbuch.
„Rosa L“ und „Wicked Women“
1994 folgte „Rosa L“, ein zwölfminütiger Kurzfilm über die Ermordung einer Frau im Berlin des Jahres 1919 und die politischen Zusammenhänge hinter ihrem Tod. Screen Australia nennt Tanja George als Regisseurin und Autorin. Der Film wurde auch im Rahmen internationaler Filmfestivals gezeigt.
Ein Jahr später entstand „Wicked Women“. Bei dem 16-minütigen Kurzfilm war George als Regisseurin, Autorin, Produzentin und Editorin beteiligt. Der Film wurde später unter anderem beim Créteil International Women’s Film Festival sowie beim Frameline Festival in San Francisco gezeigt.
Ihre eigene Biografie nennt zusätzlich die in Spanien gedrehte Fernsehdokumentation „Death and Passion“. Für eine weitere TV-Dokumentation reiste sie nach eigenen Angaben rund 9.000 Kilometer durch Australien.
Der Wechsel zur Bildhauerei
Mit der Zeit verlagerte sich Tanja Georges künstlerischer Schwerpunkt vom bewegten Bild zur Skulptur. Ihre Arbeiten lassen sich dabei nicht auf ein einziges klassisches Material reduzieren.
Sie verwendet unter anderem Bronze, industrielle und mechanische Komponenten, Fotografien und Verpackungsmaterialien. Funktionale Alltagsgegenstände werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und in neue künstlerische Kontexte gesetzt. Inhaltlich interessiert sie sich laut eigener Beschreibung weniger dafür, eindeutige Antworten zu liefern. Stattdessen sollen ihre Arbeiten Fragen über den Menschen, unsere Beziehung zur Welt und grundlegende Aspekte menschlicher Natur anstoßen.
Diese Verbindung aus Alltagsmaterial, Konstruktion und konzeptioneller Idee prägt einen großen Teil ihres bildhauerischen Werks.
Ausstellungen und Auszeichnungen
Tanja George hat ihre Skulpturen vor allem in Australien ausgestellt. Ihre offizielle Künstlerbiografie dokumentiert mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen in Melbourne und Umgebung.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 2007 | „DESCARDES“, Lancaster Press Gallery, Melbourne |
| 2007 | 1. Preis beim INSPIRED Art Prize |
| 2014 | „BONANZA“, Yarra Sculpture Gallery; Art Almanach Prize |
| 2015 | „METROPOLIS“, Yarra Sculpture Gallery |
| 2015 | Curator’s Choice Award bei „FROM NATURE“ |
| 2017 | „JOURNEY // ZEHN“, Angela Robarts-Bird Gallery |
| 2021 | „SOLAR“, Yarra Sculpture Gallery, Melbourne |
Zu ihren größeren Auftragsarbeiten gehören außerdem 16 Bronzeskulpturen für das Park Hyatt Hotel in Sydney.
Diese Stationen zeigen, dass George nicht ausschließlich über ihre bekannte Familie wahrgenommen werden kann. Ihre australische Laufbahn umfasst eigene Ausstellungen, Jurypreise und kommerzielle Kunstaufträge.
Tanja George und ihre Eltern Götz George und Loni von Friedl
Tanja George stammt aus einer Schauspielerfamilie. Ihr Vater Götz George gehörte zu den prägendsten deutschen Film- und Fernsehdarstellern seiner Generation und wurde besonders als Duisburger „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski populär. Ihre Mutter Loni von Friedl ist eine österreichische Schauspielerin. Der NDR dokumentiert Tanja als gemeinsame Tochter des früheren Ehepaares.
Tanja George und ihr Vater traten auch gemeinsam öffentlich auf. In einem Fernsehinterview bei „Beckmann“ im Jahr 2008 sprach Götz George sehr persönlich über die Verbindung zu seiner Tochter. Zeitgenössische Berichte zeigen zugleich, dass Tanja damals bereits in Australien lebte und dort beruflich ihren eigenen Weg gegangen war.
Gerade dieser Unterschied ist für ihre Biografie wichtig: Die familiären Wurzeln liegen im Schauspiel, ihre eigene künstlerische Identität entwickelte sich jedoch vor allem über Regie, Filmgestaltung und Skulptur.
Die Götz George Stiftung und der von ihr gestaltete Preis
Nach dem Tod von Götz George blieb Tanja George auch institutionell mit seinem künstlerischen Vermächtnis verbunden. Die Götz George Stiftung, die 2017 gegründet wurde, nennt Marika George und Tanja George als Stifterinnen.
Besonders sichtbar ist ihr Beitrag durch den Götz George Preis. Tanja George entwarf und fertigte die dazugehörige Skulptur. Bei der ersten Preisvergabe 2018 erklärte sie, dass die geschwungene Unterschrift ihres Vaters als Inspiration für die Form diente. Die Verbindung von weicher Linienführung und Edelstahl sollte Eigenschaften symbolisieren, die sie mit Götz George verband.
Der Preis wird vor allem an erfahrene Schauspielerinnen und Schauspieler für ihr künstlerisches Lebenswerk vergeben. Auch in jüngeren Jahren bleibt Georges Entwurf Bestandteil der Auszeichnung: 2024 erhielt Michael Mendl den von ihr geschaffenen Ehrenpreis, 2025 wurde Judy Winter mit der von Tanja George gestalteten Preisskulptur geehrt.
Was macht Tanja George heute?
Öffentlich sichtbar ist Tanja George vor allem als Bildhauerin. Ihre offizielle Website dokumentiert zahlreiche australische Ausstellungen sowie eine Soloausstellung mit dem Titel „SOLAR“ in der Yarra Sculpture Gallery in Melbourne im Jahr 2021. Gleichzeitig bleibt ihr künstlerischer Entwurf des Götz George Preises bis in die jüngste dokumentierte Preisvergabe präsent.
Über ihr Privatleben tritt George deutlich zurückhaltender auf. Für ein sachliches Porträt sind deshalb vor allem ihre dokumentierten Arbeiten, Filme, Ausstellungen und ihre Rolle im Umfeld der Stiftung relevant.
Häufige Fragen zu Tanja George
Wer ist Tanja George?
Tanja George ist eine in Wien geborene, in Deutschland aufgewachsene Künstlerin und frühere Filmemacherin. Sie ist die Tochter der Schauspieler Götz George und Loni von Friedl und entwickelte einen großen Teil ihrer beruflichen Laufbahn in Australien.
Was macht Tanja George beruflich?
Ihr heutiger künstlerischer Schwerpunkt liegt auf der Bildhauerei. Zuvor arbeitete sie journalistisch sowie als Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin von Kurzfilmen und Dokumentationen.
Ist Tanja George die Tochter von Götz George?
Ja. Tanja George ist die gemeinsame Tochter von Götz George und der österreichischen Schauspielerin Loni von Friedl.
Welche Filme hat Tanja George gemacht?
Zu ihren bei Screen Australia dokumentierten Kurzfilmen gehören unter anderem „Kiss Me“, „Freud“, „Rosa L“ und „Wicked Women“.
Lebt Tanja George in Australien?
Tanja George zog 1989 nach Australien. Die Götz George Stiftung beschrieb sie 2018 als seit fast 30 Jahren in Melbourne lebende und arbeitende Künstlerin; auch ihre dokumentierten Ausstellungen konzentrieren sich stark auf Melbourne und den australischen Kunstbetrieb.
Welche Rolle spielt Tanja George beim Götz George Preis?
Sie gestaltete die Preis-Skulptur, deren Form von der charakteristischen Unterschrift ihres Vaters inspiriert wurde. Die Auszeichnung wird von der Götz George Stiftung vergeben.
Fazit
Tanja George hat sich trotz ihrer Herkunft aus einer bekannten Schauspielerfamilie eine eigenständige künstlerische Laufbahn aufgebaut. Journalismus, Filmstudium und Regie bildeten die frühen Stationen, bevor die Bildhauerei zu ihrem zentralen Ausdrucksmittel wurde. Australien – insbesondere Melbourne – spielte dabei eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig verbindet der von ihr gestaltete Götz George Preis ihre eigene Arbeit auf besondere Weise mit dem künstlerischen Erbe ihres Vaters.
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